47. Schnupperkurs in Stabilität

Von dem Tag an, als ich im März 2019 anfing, meine Chinesischen Arzneidrogen selbst zusammenzumischen, bis zum Juni kam ich kontinuierlich voran. Diese Epoche war gekennzeichnet von einem steten Aufwärtstrend in Zeitlupe. Ich hatte in diesen drei Monaten nicht mehr diese riesigen Schwankungen, sondern das erste Mal das Gefühl, ich könnte mich auf meinen Zustand verlassen. Mich begleiteten zu dieser Zeit noch mangelndes Durchhaltevermögen, Klumpen- und Stagnationsgefühl (Blockade) im Bauch, Benommenheit, die aber langsam nachließ, Unterzuckerungsanfälle, Kopfschmerzen. Aber: ich hatte deutlich mehr Kraft und konnte auch etwas mehr machen. Die neurologischen Beschwerden wie Konzentrationsstörungen, Reizüberempfindlichkeit, Reizbarkeit, Nebel im Kopf, getrübter Blick, nervöse Unruhe trotz Erschöpfung, Muskelschwäche waren entweder verschwunden oder deutlich besser. Das schob ich auf jeden Fall darauf, dass ich mit meinen zwei kühlen Kräutern Bambus i.T. Caulis und Scutellariae Radix die Entzündungen in meinem Körper weiter gut in Schach halten konnte. Das zahlte sich wirklich sehr aus. Die zwei allein wären zu kalt gewesen und ich wäre sehr schwach davon geworden. Aber ich peppte die Mischung mit Atractylodis macrocephalae, Angelicae sinensis und Spatholobi Caulis auf, alles drei warme Superkräuter für mehr Kraft. Bupleuri Radix hatte ich auch immer mit dabei, das entspannt die Leber und macht dadurch gute Laune…

Im Juni hatte ich dann endlich das Zutrauen in mich, dass ich das mit den Kräutern jetzt weiter allein schaffe. Ich bekam immer mehr Übung und konnte immer besser reagieren. Meine zwei Geigenunterrichtsstunden, die ich seit März pro Woche hatte, schaffte ich auch immer besser. Im März noch lag ich nach jeder Stunde ertmal richtig flach und hatte nur noch Matsch im Kopf. Aber schon im Mai war das nicht mehr so anstrengend und ich musste nur noch kurz ausruhen und dann war sogar noch etwas Kraft für Hausarbeit, Einkaufen oder einen Spaziergang übrig.

Ich achtete aber sehr genau darauf, dass ich mich nicht übernahm. Das hätte meinem Körper wieder viel abverlangt und mir hätte es wieder Frust beschert. So wusste ich inzwischen sehr genau, wo meine Energiegrenzen waren und achtete sie. Eine der wichtigsten Übungen in dieser Zeit! Absolute Achtsamkeit sich selbst gegenüber. Das bedeutete für mich nicht egoistisch zu sein, das war einzig Überlebensstrategie! Das funktionierte sehr gut und so konnte ich mich freuen, wenn ich mit diesem Energiemanagement doch wieder irgendetwas geschafft hatte ohne, dass sich der Zustand verschlechterte. Meinen Körper lobte ich dann ausführlich, dass er mir das ermöglichte.

Die beste Neuigkeit dieser Zeit:

Ich spürte eine kontinuierliche Verbesserung innerhalb von wenigen Monaten ohne wieder abzurutschen.

Das Vertrauen, dass das jetzt so weitergehen würde, war natürlich noch nicht da und ich war noch sehr skeptisch. Vorher hatte sich ja außer einer Achterbahnfahrt an Aufs und Abs letztendlich nicht wirklich eine deutliche Veränderung ergeben.

Aber ab Juni 2019 hatte ich das Gefühl, dass jetzt etwas völlig anders war, als die Jahre zuvor…

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