43. Ab jetzt ohne chronische Entzündungen

Mit jedem Tag Eigenmedikation sammelte ich Erfahrungen. Da ich bei Fehlentwicklungen sofort eingreifen konnte, kam ich rasant schnell voran. Es fing mir regelrecht an Spaß zu machen und ich empfand es als kultvolle Handlung mir jeden Tag meine Rezeptur zu erstellen, mit meiner Präzisionswaage die Kräuter abzuwiegen, sie einzuweichen und dann zu kochen. Oft merkte ich dann schon am Geschmack, ob das was Gutes war, was ich da trank oder in welche Richtung ich am nächsten Tag vielleicht noch anpassen wollte. Manchmal war der Geschmack zu bitter und ich bekam etwas Trockenheitssymptome wie trockener Mund, trockene Nasenschleimhäute oder ähnliches. Oder er war etwas zu süß, davon bekam ich schnell Kopfschmerzen. Jedes Organ in mir wollte seine Ration an seinem Lieblingskraut und daran tüftelte ich. Die Angst vor Rückschritten verlor ich vollständig, da ich so schnell ändern konnte. Mit jeder Rezeptur, die mir gut tat und merklich etwas in meinem Körper verbesserte wuchs mein Zutrauen in meine Vorgehensweise und mein Selbstvertrauen. Besonders die beiden Kräuter Bambus i.T. Caulis und Scutellariae, die sich in meiner Rezeptur befanden, waren dafür verantwortlich, dass ich nach und nach meine chronischen Entzündungsherde abbauen konnte. Die typischen Hitzesymptome wie Kribbeln unter der Haut oder im Kopf, Unruhe, Herzklopfen, Zittern, Heißhunger und Kopfschmerzen wurden mit Woche zu Woche weniger und mein Entspannungslevel stieg dazu proportional. Das war alles unglaublich. Ich brauchte eine Weile, um wirklich Vertrauen in diese Besserung zuzulassen. Aber die Kontinuität der Besserung in Zeitlupe – ohne Rückschritte – waren etwas, was ich vorher noch nie mit einem Therapeuten erreicht hatte und so wuchs auch dieses Vertrauen allmählich in mir, dass ich es wirklich ganz allein zur völligen Heilung schaffen konnte.

Im Mai 2019 hatte ich das erste Mal das Gefühl, dass ich alle Hitzesymptome, also alle chronischen Entzündungen erfolgreich behandelt hatte. Ich war noch nicht sonderlich stark und schaffte meine zwei Geigenschüler pro Woche, gut eingeteilte Hausarbeit und das Einkaufen neben meinem Gesundheitsprogramm gerade so. Dazwischen brauchte ich noch sehr viel Erholungszeit. Aber ich teilte mir alles so ein, dass ich genug Zeit zwischen allem hatte und so entstand zunehmend das Gefühl, dass ich mich in Ruhe wirklich erholte und auch zu einer neuen Entspannung finden konnte. Das war neu und tat sehr gut! Natürlich war es jetzt schwer, diesen Zustand stabil zu halten, denn nun wollte ich mich stärken und aufbauen und das ging nur mit warmen trockenen Kräutern, die hervorragend dazu geeignet waren, bestehende kleine Entzündungsherde wieder neu aufflammen zu lassen. Aber ich ließ weiter meine zwei Super-Anti-Hitze-Kräuter Bambus und Scutellariae im Dekokt und erwärmte in 0,5 Gramm-Schritten durch die anderen Kräuter die Rezeptur. An den Kräutern änderte ich fast nichts mehr, ich arbeitete lediglich mit den Grammzahlen, das hatte eine ausreichende lenkende Wirkung.

Unser Vermieter kündigte an, dass er nun gern selbst in unsere Wohnung einziehen möchte und bat uns darum eine neue Bleibe zu suchen. Er war sehr entgegenkommend und wir hatten keinen Druck zu einem bestimmten Zeitpunkt ausziehen zu müssen. Wir suchten uns übers Internet eine neue Wohnung und fanden gleich drei Angebote, die wir auch besichtigten. In einer Woche waren dann plötzlich zwei Besichtigungen und obwohl ein Tag Pause zwischendrin war, war das schon eine Herausforderung für mich und ich war danach sehr erschöpft. Alles was außer der Reihe auf mich zu kam, war noch sehr energieraubend und ich brauchte danach lange, um wieder auf die Beine zu kommen. Aber neu war, dass ich mich währenddessen schon besser fühlte und ich zuverlässiger durchhielt. Nur danach war eben schnell der Akku tiefenentladen und der Tag endete mit dem Plattliegen meines Sofas. Aber das war alles die Richtung, die ich gern wollte! In Zeitlupe zwar, aber das war für mich in Ordnung. Solange ich diese kräftezehrenden Rückschritte nicht mehr hatte, konnte ich auch einfacher geduldig sein. Ohne diese Hitzesymptome war das Leben auch schon deutlich angenehmer geworden.

Wir unterschrieben einen neuen Mietvertrag ab 1. Juli. So stand bei uns also ein Umzug an. Zu 75% hatte ich das Zutrauen, das mit einer guten Zeiteinteilung gut zu schaffen und ich war mit Vorfreude auf die örtliche Veränderung angefüllt. Zu 25% hatte ich eine kleine Angst, das könnte alles zu viel für mich werden und mein ganz zartes Gesundheitspflänzchen, was gerade neu gekeimt hatte, könnte durch den Umzug wieder eingehen. Ich beruhigte mich mit den Gedanken, dass ich genug Zeit hatte um meine Dinge vorzubereiten und ich so nicht in Stress geraten würde. Ich war außerdem so froh, dass es mir besser ging, ein halbes Jahr früher wäre ich wahrscheinlich etwas in Panik geraten, weil ich nicht wusste, wie ich das durchstehen sollte. Und für den Umzugstag selbst hatten wir eine Firma beauftragt, die unseren gesamten verpackten Hausrat von der einen Wohnung zur nächsten transportieren würde.

Alles mit Ruhe, eins nach dem anderen, das war mein Motto für die nächsten Wochen.

search previous next tag category expand menu location phone mail time cart zoom edit close