53. Ausruhen für ein neues Leben

Sommer 2020

Jeden Tag konnte ich nun genießen, wie ich wirklich zur Ruhe kam. Ich merkte, wie sehr ich in den letzten Jahren unter Strom stand. Sogar noch in der Zeit wo ich rein physisch betrachtet nur noch auf dem Sofa unterwegs war. Erst jetzt spürte ich, was es bedeutete wirklich zu entspannen, loszulassen und Erholung zu finden. Und ich war müde…soooo müde. Endlich hatte ich das Gefühl, dass Schlaf etwas bringt und ich holte alles an echtem erholsamen Schlaf nach, was in der letzten Zeit nicht möglich war. Die Nervenzellentzündung war nun Geschichte und mein Körper heilte. Langsam aber stetig. Und was völlig neu war, war die tiefe Liebe und Dankbarkeit, die ich nun gegenüber meinem Körper empfand. Er war ein Schatz, den ich mit meiner Gesundheitsarbeit ausgegraben und poliert hatte. Und jetzt fing er an zu glänzen und ich weinte viele Tränen der Rührung und Dankbarkeit über das Geschenk eines ganz neuen Lebens. Nie wieder wollte ich vergessen, wie wertvoll dieses Seelengefährt für mich ist und nahm mir vor diese wundervolle neue Beziehung zu meinem Körper immer zu hegen und zu pflegen, komme was da wolle.

Meine Kraft und Energie zu behalten, war mir von hier an allerhöchstes Gebot. Einige Monate später hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, ich ruhe mich nicht mehr von den vergangenen Zeiten aus, in denen ich meinem Körper die Ruhe verwehrt hatte, die er sich nun einfach nahm, sondern dass ich inzwischen Kraft und Erholung tankte für das Leben das nun vor mir lag. Auch wenn ich noch nicht genau wusste, wie das aussah. Aber ein tiefes Gefühl, dass das was da vor mir lag eine sehr erfüllende und bereichernde Arbeit sein würde, schürte mein Lebensfeuer und die Vorfreude. So gelang es mir wirklich Kraft zu tanken, die Ruhe zu genießen und ich war viel in der Natur und im Garten. Ich folgte der chinesischen Ansicht: Erst die eigene Mitte zu stärken und dann gern anderen helfen. Jetzt war ich dran. Ich allein. Mir war bewusst, ich möchte einer Berufung nachgehen, die anderen Menschen zu mehr Gesundheit verhilft. Und ich hatte den innigen Wunsch erst selbst die blühende Gesundheit zu sein, bevor ich andere auf ihrem Heilungsweg begleiten wollte. In unserer Gesellschaft wird das schnell als Egoismus bezeichnet. Aber auch hier begann ich mehr energetisch zu denken: Wenn ich in meiner vollen Kraft und Energie bin, sprich: wirklich heil und gesund, dann strahlt das auch auf andere. Nicht nur Lachen ist ansteckend, auch das pure Sein. Und um dieses Sein kümmerte ich mich jetzt. So waren meine Gedanken auch zunehmend davon geprägt, wie meine Zukunft aussehen sollte und vor allem auch, wie ich selbst aussehen wollte, wie ich sein wollte. Vorher war alle Arbeit mit der Vergangenheit und Gegenwart verbunden und nun konnte ich endlich ein Bild meiner Wunschzukunft erschaffen.

Die Bilder dazu wurden von Monat zu Monat klarer. Mein Gesundheitszustand war sehr stabil geworden auch wenn mein Aktionsradius und mein Aktionspensum noch nicht dem eines Gesunden entsprachen. Aber auf meinem Aktionsniveau war ich symptomfrei und fühlte mich gesund. Ich nahm die Situation an, dass es einfach eine Frage der Zeit war, wann ich wieder real auf mein Fahrrad steigen, die Skier aus dem Keller holen und die Wanderstiefel wieder schnüren konnte. Ich hatte die Gewissheit, dass all das auf mich wartete. In diesem Moment fiel mir wieder der Zettel in meinem Glückskeks ein, den ich in der zweiten TCM-Klinik beim Mittagessen fand:

„Es liegen viele Abenteuer vor Ihnen!“

Jetzt wusste ich, dass nichts wahrer sein konnte und ganz bewusst ließ ich mich noch einmal mehr auf mein Sofa fallen, um Kraft zu tanken für all die Abenteuer die nun vor mir lagen. Glücklich und erfüllt von Vorfreude schlief ich einen weiteren erholsamen Schlaf….

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